Gleichgewicht
Kontrolle ist gut
Kontrolle gibt Sicherheit
Kontrolle beschränkt
Kontrolle ist nicht gut
Freiheit ist gut
Freiheit schafft Vielfalt
Freiheit ist grenzenlos
Freiheit ist nicht gut
Pflicht ist gut
Pflicht schafft Gerechtigkeit
Pflicht ist Ausrede
Pflicht ist nicht gut
Freiwillig ist gut
Freiwillig macht Spaß
Freiwillig wird ausgenutzt
Freiwillig ist nicht gut
Stärke ist gut
Stärke erreicht Ziele
Stärke unterdrückt
Stärke ist nicht gut
Schwäche ist gut
Schwäche macht menschlich


Schwäche macht mutlos
Schwäche ist nicht gut

Wege
Erste Wege, getragen in Liebe
Neue Wege, erweitern den Horizont
Freie Wege, geben Mut und Kraft
Neugierige Wege, bringen Erfahrung
Freiwillige Wege, mal leicht mal schwer
Helfende Wege, helfen auch dem Helfer
Lustige Wege, mit Freunden und Familie
Versperrte Wege, mal berechtigt, mal unberechtigt
Ehrliche Wege, nicht immer leicht aber befreiend
Gezwungene Wege, auch zu unserem Nutzen ?
Traurige Wege, lehren uns das schöne zu schätzen
Harte Wege, an Ihnen kann man wachsen
Kluge Wege, nicht immer leicht
Abzweigende Wege, lehren Entscheidungen zu treffen
Falsche Wege, brauchen Mut sie zu verlassen
Dumme Wege, lache selbst darüber
Ausgetretene Wege, durch Gewohnheit eingeschlagen
Alte Wege, mit guten Freunden und Familie
Letzter Weg, ........

Zu spät?
Als ich ein Kind war wollte ich ein Tänzer werden.
Aber meine Eltern sagten,
Du musst erst einen guten Schulabschluss machen,
dann kannst Du tanzen."
Als ich mit der Schule fertig war sagte man mir,
"Du musst erst einen Beruf erlernen,
dann kannst Du tanzen."
Als ich ausgelernt hatte hieß es,
"Du musst erst einen guten Job finden,
dann kannst Du tanzen."
Als ich einen Job hatte sagte meine Frau,
"Du musst dich erst um unsere Familie kümmern,
dann kannst Du tanzen."
Als ich nach einem Unfall querschnittsgelähmt war sagten die Ärzte,
"Du kannst nicht mehr tanzen."
Ich aber habe das tanzen mit einem Rollstuhl gelernt.

Es gibt immer einen Weg
Es war noch viel zu früh,  aber er wollte noch ein wenig vor der Kathedrale sitzen und sich alles noch einmal durch den Kopf gehen lassen.
Am Anfang dachte er,  das es doch nicht wirklich schwer wäre,  für Ihn als durchtrainierten Athleten.  So entschloss er sich vor 5 Jahren nach Santiago zu pilgern.
Er kaufte Rucksack,  Schuhe und alles was man so braucht und lief in Hamburg los.  Erst verlief auch alles nach Plan,  doch dann passierte dieser dumme Unfall.   In der Schweiz am Abstieg vom Brünnigpass verlor er das Gleichgewicht und stürzte.  Er wusste nicht warum und wie tief er stürzte.  Aber als er wach wurde lag er im Krankenhaus.  Trotz aller ärztlichern Kunst konnte man Ihm nicht mehr helfen.  Er blieb an den Rollstuhl gefesselt.
Für Ihn schien das Leben keinen Sinn mehr zu haben.  Immer wieder dachte er „Jetzt bin ich ein Krüppel.“  Als das Krankenhaus nichts mehr für Ihn tun konnte,  wurde er entlassen.  Seine Schwester kam, um Ihn abzuholen.  Seine wenigen Habseligkeiten wurden in den Kofferraum gepackt,  und er wollte gerade mit seinem Rollstuhl ins Auto.  Da fiel sein Blick auf seinen Rucksack.
Es war wie ein Geistesblitz; „Nein“,  er wollte nicht aufgeben.  Er wusste, das es falsch war jetzt ins Auto zu steigen.  Seine Schwester machte ein Riesentheater und hielt ihn für total verrückt.  Er ließ sich aber nicht beirren.  So nahm er seinen Rucksack,  überlegte und plante wie er seinen Weg doch noch zu Ende gehen könnte.  Es gab unzählige Schwierigkeiten,  aber es gab auch immer einen Menschen oder eine Idee wie es weiter ging.
Und so saß er jetzt hier,  und hatte nicht nur sein Ziel erreicht.  Sondern auch viele Freunde und die Kraft für neue Ziele gefunden.

Freundschaft
Fred ging mit freudigen Schritten auf den „Lord Nelson“ zu, einen gemütlichen Pub im Herzen Londons.  Einmal im Jahr, genau am 22. Juni, traf er sich hier mit Charly. Das war der Tag, an dem Charly ihm das Leben gerettet hatte.
Es war im Afghanistankrieg. Sie waren beide im gleichen Battalion. Bei einer Patrouille in der Nähe von Lashkar Gäh gerieten Sie in einem Hinterhalt unter MG-Feuer. Sie konnten zwar den feindlichen Schützen ausschalten, aber Fred hatte es schwer erwischt. Charly baute eine Trage, die er hinter sich herziehen konnte und brachte ihn in das 5 Km entfernte Lazarett.
Er hatte nie einen Dank erwartet. „Das hätte doch jeder gemacht,“ war sein einziger Kommentar zum damaligen Geschehen. Nach ihrer Heimkehr entwickelten sich ihre Wege in ganz unterschiedliche Richtungen. Charly eröffnete ein Taxiunternehmen, und schlug sich damit mehr schlecht als recht durch. Fred eröffnete in Soho einen Antiquitätenladen. Wegen seines Sachverstandes und seiner verbindlichen Art hatte er sich in kurzer Zeit einen guten Ruf in der Szene erarbeitet.
Trotz dieser unterschiedlichen Lebenswege verband sie eine innige Freundschaft und so freute sich Fred schon auf das eine oder andere Stout und die interessanten Gespräche mit Charly.
Charly saß schon an ihrem Stammplatz, und es wurde, wie nicht anders zu erwarten, ein schöner Abend. Kurz bevor sie den Abend beendeten,  kramte Charly ein Foto aus seiner Brieftasche.
„Du Fred, du kennst dich doch mit Kunst aus“, fragte er. „Vor einem Viertel Jahr sind meine Eltern gestorben, beim Aufräumen habe ich das gefunden.“  Damit überreichte er Fred das Foto. Auf dem Foto war ein Gemälde zu sehen.“ Kannst du mir sagen, ob das ein wertvolles Gemälde ist?“
Fred schaute auf das Foto, und ihm stockte der Atem. Mühsam beherrschte er sich. Denn er hatte das abgebildete Gemälde sofort erkannt. Es war eindeutig ein „van Gogh“, dieser Maler war sein Steckenpferd. Was er nicht verstand, war, dass es dieses Bild überhaupt noch gab. Angeblich sollte das Bild „Maler auf der Strasse zu Tarascon“ 1945 einem Brand zum Opfer gefallen sein.
Nachdem er sich das Foto scheinbar desinteressiert betrachtet hatte, sagte er zu Charly: „Bring es mal vorbei, um Dir da etwas zu sagen, muss ich mir das Gemälde genauer ansehen.“
In seinem Studio über dem Laden angekommen, recherchierte er, ob das, was er auf dem Foto gesehen hatte, möglich sein konnte und wie hoch der Wert dieses Gemäldes sein könnte.
Ihm wurde schwindelig. Wenn das wirklich das Original war, waren seine finanziellen Probleme Vergangenheit. Charly würde er irgendetwas erzählen,  und ihm ein paar Scheine geben. Er würde ja nie erfahren, wie wertvoll das Gemälde seiner Eltern war.
So plante und überlegte er bis zum frühen Morgen. An Schlaf konnte er nicht denken. Es vergingen fast 14 Tage, bis Charly mit dem Kommentar „Tut mir leid, hatte keine Zeit“ in Freds Laden auftauchte. Fred war heilfroh, er hatte schon befürchtet dass Charly sich das mit dem Bild noch mal überlegt hatte. „Ist schon in Ordnung, ich schau es mir in den nächste Tagen an und melde mich dann bei Dir.“ „Und wie geht es Dir, und Deiner Familie?“ Fred wollte das Gespräch möglichst schnell weg vom Gemälde lenken. Und so unterhielten sich die beiden noch einige Zeit über Politik, Frauen und Bier.
Nach dem sein Laden geschlossen war, nahm Fred sich sofort die Zeit, und untersuchte das Gemälde aufs Genaueste. Mit jedem Test wurde es klarer: Es war das Gemälde «Maler auf der Strasse zu Tarascon» von Vincent van Gogh, gemalt 1888. Er setzte sich in seinen gemütlichen Sessel, stellte das Gemälde so,  dass er es gut betrachten konnte, und trank seinen Lieblingsrotwein dazu, „Chambertin Grand Cru“. Nur sehr selten gönnte er sich davon ein Glas.  Aber jetzt war der richtige Zeitpunkt dafür. Als er so in seinem Sessel saß, fiel sein Blick auf ein Foto an der Wand. Das Bild zeigte Ihn und Charly bei ihrer Heimkehr aus Afghanistan. Schnell stand er auf, und drehte das Foto zur Wand. Er wollte sich seine Laune nicht verhageln lassen.  Jetzt war nicht der richtige Zeitpunkt für Gefühlsduselei.
Am nächsten Morgen fühlte sich Fred gerädert, in der Nacht hatte er wenig geschlafen. Immer wieder war er in der Nacht aufgeschreckt, hörte das MG-Feuer,  spürte die Schmerzen seiner Verwundungen und die Hitze von Afghanistan. Das waren Dinge, von denen er gedacht hatte, dass er sie schon lange hinter sich gelassen hatte. Er sagte sich, wenn ich das Gemälde los bin, ist wieder alles in Ordnung. Und Charly wird sich freuen, wenn ich Ihm sage,  dass ich das Bild für 200 Pfund verkaufen kann. Auch der Rest des Tages war nicht viel besser. Seine Angestellte sagte zwar nichts, aber sie schaute ihn immer wieder besorgt an. Er merkte selber, dass es ihm schwer fiel, sich auf das Tagesgeschäft zu konzentrieren.
Auf dem Weg zum Lunch überfielen ihn wieder Bilder aus der Vergangenheit, als er an einem Haus vorbeiging, bei dem gerade ein Arbeiter mit einem Bohrhammer beschäftigt war.
Auch die nächsten Tage waren nicht viel besser, und sein Nervenkostüm wurde immer dünner. So beschloss er schließlich, dass es so nicht weiter gehen kann.
Bei Christie’s wurde es immer stiller,  zwei Bieter waren im erbitterten Zweikampf. „85 zum ersten, zum zweiten. 90 zum ersten. 92 zum ersten,  zum zweiten. 95 zum ersten, zum zweiten. 97 zum ersten. 99 zum ersten, zum zweiten und zum dritten. Damit geht das Gemälde «Maler auf der Strasse zu Tarascon» von Vincent van Gogh für 99 Millionen Pfund an die Dame hinten in der dritten Reihe. Herzlichen Glückwunsch.“
Ein Raunen ging durch den Saal mit so einem hohen Gebot hatte niemand gerechnet.
Die Dame kam nach vorn, gab dem Auktionator Ihre Karte, drehte sich um und verließ kommentarlos den Saal. Kaum hatte sie den Saal verlassen standen zwei Herren in der letzten Reihe auf, sahen sich zufrieden lächelnd an und folgten der Dame.
Am 22. Juni vor dem „Lord Nelson“ wurde es laut. Das tiefe Wummern eines Motorrades war zu hören. Man erkannte sofort, dass es sich nur um eine Harley handeln konnte. Vor dem Pub blieb das Motorrad stehen, und das Wummern erstarb. Frank stieg ab und schaute sich um. Er sah sofort, dass Charly wieder schneller war. Eine Harley, die ein Zwilling seiner Maschine hätte sein können, stand schon vor dem Pub und wurde von den vorbeigehenden Passanten gebührend bewundert.